Warnzeichen erkennen
Glücksspiel sollte Unterhaltung mit einem festen Budget sein. Problematisch wird es, wenn Sie mehr Geld oder Zeit einsetzen als geplant, Verluste durch weitere Einsätze ausgleichen wollen, sich Geld für das Spielen leihen, Limits oder Sperren umgehen, das Spielen vor Angehörigen verbergen oder Spannung und Reizbarkeit empfinden, wenn Sie nicht spielen können.
Auch Hinweise aus dem Umfeld, Vernachlässigung von Arbeit oder Familie und das Gefühl, nicht aufhören zu können, sind ernst zu nehmen. Wer sich in mehreren dieser Punkte wiedererkennt, sollte eine Pause einlegen und ein Beratungsangebot nutzen. Je früher, desto leichter lässt sich gegensteuern.
Werkzeuge: Limits, Pausen und Selbstsperre
Lizenzierte Casinos müssen Schutzwerkzeuge anbieten: Einzahlungs-, Verlust- und Einsatzlimits, Zeitlimits, Realitätschecks während des Spiels, kurze Pausen von 24 Stunden bis einigen Wochen und die dauerhafte Selbstsperre. Setzen Sie Limits bei der Registrierung, wenn der Kopf noch klar ist; Erhöhungen greifen bewusst erst nach einer Wartefrist.
Nationale Sperrregister wirken bei allen lizenzierten Anbietern gleichzeitig: OASIS in Deutschland, Spelpaus in Schweden, CRUKS in den Niederlanden, GAMSTOP in Großbritannien und vergleichbare Register in weiteren Ländern. Ergänzend bieten viele Banken eine Glücksspielsperre für Kartenzahlungen an, und Sperrsoftware wie Gamban oder BetBlocker blockiert Glücksspielseiten auf allen Geräten.
Hilfsangebote
In Deutschland bietet die BZgA unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 137 27 00 anonyme Beratung zur Glücksspielsucht, ergänzt durch das Online-Angebot check-dein-spiel.de und regionale Suchtberatungsstellen. In Österreich hilft die Spielsuchthilfe unter 01 544 13 57 sowie die Angebote der Landesstellen für Suchtprävention. In der Schweiz ist die Fachstelle Sucht Schweiz unter 0800 040 080 erreichbar, dazu die kantonalen Beratungsstellen und das Portal SOS Spielsucht.
International sind GamCare und BeGambleAware in Großbritannien sowie die Selbsthilfegruppen der Gamblers Anonymous Anlaufstellen, die auch in deutschsprachigen Ländern Gruppen anbieten. Alle genannten Angebote sind kostenlos und vertraulich und richten sich auch an Angehörige.
Wie Zahlungslimits beim Schutz helfen
Die Zahlungsmethode ist ein unterschätztes Schutzwerkzeug. Eine E-Wallet oder ein Prepaid-Code, auf den Sie nur den geplanten Monatsbetrag laden, setzt eine physische Grenze, die nicht per Klick erhöht werden kann. Methoden ohne Rückweg wie Paysafecard verlangsamen zudem den Zugriff auf Gewinne, was impulsives Weiterspielen erschwert.
Gesetzliche Limits wie die 1.000 Euro pro Monat in Deutschland oder die Pflichtlimits in Schweden und den Niederlanden funktionieren nach demselben Prinzip. Wer merkt, dass er solche Grenzen umgehen möchte, etwa durch Wechsel der Methode oder des Anbieters, sollte das als Signal verstehen und eine der genannten Beratungsstellen kontaktieren.
Hilfe bei Glücksspielproblemen?
- BeGambleAware (UK)
- GamCare (UK)
- Gamblers Anonymous (International)
- BZgA — Check dein Spiel (DE)
- Spielsuchthilfe (AT)
- Sucht Schweiz (CH)
- Fundacja Inspiratornia / 801 889 880 (PL)
- Gambling Therapy (RU/UA) (International)